Kommentare zu: Kongressbericht – Vielstimmigkeit dank zwölf Veränderern: BuKo12 in Dresden – kunst.pädagogik.partizipation http://www.buko12.de/2012/12/30/kongressbericht/ Bundeskongress der Kunstpädagogik 2010 - 2012 Sat, 04 May 2013 15:57:00 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8.1 Von: Artus Kuhl http://www.buko12.de/2012/12/30/kongressbericht/comment-page-1/#comment-968 Tue, 05 Mar 2013 21:24:12 +0000 http://www.buko12.de/?p=2318#comment-968 Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einigem Interesse verfolgte ich die Entwicklungen rund um Buko12, die mir von einer Bekannten/ Kollegin als „Erfrischungskur der Kunstpädagogik“ empfohlen wurde. Nach der Lektüre mehrerer Berichte, Thesen und Visionsformulierungen formiert sich allmählich eine Skepsis, die möglicherweise bezogen auf die reale Umsetzung dieser Konzepte im Unterricht nicht berechtigt ist, die aber eine deutliche Konsequenz von Form und Inhalt dieser Schriftdokumente ist. Hier beziehe ich mich auf Buko12-affine Webseiten, konkret jedoch auf die aktuellen Beiträge im neuesten BDK-Heft.

Mir fehlt ausdrücklich die Auseinandersetzung mit folgenden Inhalten:

konkrete Unterrichtsdokumentationen und Reflexion bezogen auf das Erreichen von altersgemäßen und sinnvollen Lernzielen

anschauliche und angemessen vertiefte Schilderungen von relevanten, ggf. vom allseits Bekannten abweichenden und somit inspirierenden Inhalten der Vorträge.

konkrete Aussagen zur Gewichtung dieser neuen Ansätze im Bezug auf traditionelle und bewährte Ansätze (wie handwerkliche Studien usw..)

reflektierte und kritische Auseinandersetzung mit Chancen und Grenzen dieser neuen Ansätze auf Basis konkreter und wiederholter Unterrichtserfahrung

Stattdessen finde ich mich in einer ermüdend langen Aufzählung von Namen, unanschaulichen Ultrakurzrückblicken und pathetischen Schlagwörtern (bevorzugt Anglizismen, die in der „Community“ wohl Anklang finden), und medialen Kommunikationsprozessen, die in der sprachlichen Form all das nicht leistet, was im traditionellen Kursstufenunterricht Ziel der sprachlich-theoretischen Arbeit ist: Anschaulichkeit, inhaltliche Reichhaltigkeit und Tiefe, Aussagekraft.

Einzig in einem Punkt gelingt dies annähernd: in der Schilderung der Form der Veranstaltung, so dass mich doch der Eindruck beschleicht, dass die Form des Kongresses der eigentliche Inhalt ist. Der Kongress wird hier – nicht ohne Pathos – als Avantgardeveranstaltung der Partizipation inszeniert. Die Übertragung auf die Schule bleibt diffus.

Was nicht gelungen ist: Es wurde kein Interesse geweckt, keine Motivation; kein Ansatz, den ich zur eigenen Erprobung inspirierend fände wurde ausformuliert.

Es bleibt der Eindruck einer gutgemeinten Vision, der die Substanz fehlt…eine Substanz, die durch konkrete Unterrichtserfahrungen und langjähriges Feilen an der Qualität dieses Unterrichtes gebildet wird.

Ist das alles womöglich eine theoretische, außerschulisch (universitär usw.) entstandene Denkarbeit? Die Arbeit mit Schülern erdet…und das ist angenehm.

Wenn es die vermissten Erfahrungen und Anregungen aber gibt, sollte es auch gelingen, diese in Beiträgen zu veranschaulichen.

Erwartungsvoll

Artus Kuhl

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