Initiative

Posted: 21.03.2010 | Kommentare deaktiviert

Vorgeschichte
An die BDK-Hauptversammlung
Partizipation als Grundprinzip
Kick off
Prozess
Abschluss 2012
UnterzeichnerInnen

 
 

Vorgeschichte
Im Anschluss an den Bundeskongress der Kunstpädagogik 2009 in Düsseldorf hat sich eine Initiativgruppe zur Ausrichtung der Folgeveranstaltung gebildet. Die Initiativgruppe hat sich zweimal, am 30.11.09 und am 18./19.2.10, in Kassel getroffen und intensiv die Möglichkeiten sowie die inhaltliche und formale Konzeption eines nächsten Bundeskongresses diskutiert.

Dabei zeigte sich als gemeinsame Motivation, eine in inhaltlicher, struktureller wie personeller Hinsicht partizipatorisch und plural orientierte Kongressform zu entwickeln, welche die Breite des kunstpädagogischen Feldes aufgreift und würdigt. Die Initiativgruppe bewirbt sich bei der Hauptversammlung des BDK (23.4.2010), als der institutionellen Stellvertretung der Fachcommunity, um die Ausrichtung des nächsten Bundeskongress der Kunstpädagogik.

An die BDK-Hauptversammlung

Inititiativgruppe „Bundeskongress Kunstpädagogik 2012“

im Februar 2010

Sehr geehrte Delegierte,
Sie bilden als BDK-Hauptversammlung das höchste Gremium des Fachverbandes für Kunstpädagogik in Deutschland und damit die institutionelle Stellvertretung der gesamten Fachcommunity. Wir wenden uns an Sie mit einem Vorschlag für die Ausrichtung des nächsten Bundeskongresses der Kunstpädagogik, hoffen auf Nachvollziehbarkeit der zurzeit noch skizzenhaften Konzeption und möchten Sie um einen entsprechenden Vertrauensvorschuss bitten.

Wir begrüßen ausdrücklich die 2003 in München gestartete, 2005 in Leipzig, 2007 in Dortmund und 2009 in Düsseldorf weiter verfolgte Tradition der kunstpädagogischen Großkongresse. Diese Veranstaltungen haben dafür gesorgt, die Akteure der Kunstpädagogik über die unterschiedlichen Positionen und Institutionen hinweg ins Gespräch zu bringen. In diesem Sinne haben wir „Partizipation“ als eines der für uns zentralen Themen für die formale und inhaltliche Gestaltung des nächsten Bundeskongresses identifiziert und möchten diesem bereits durch die Adressierung dieses Antrags an die kunstpädagogische Community dokumentieren.

Partizipation als Grundprinzip
Wir haben in der bisherigen Diskussion innerhalb der Initiativgruppe die folgenden Eckpunkte einer Konferenzkonzeption erarbeitet:

  • „Partizipation“ als Grundprinzip verstehen wir als zentrale organisatorische wie thematische Herausforderung, die gleichermaßen Handlungsweisen zeitgenössischer Kunst und gegenwärtige Formen der Alltagskommunikation und Medienkultur umfasst und an aktuelle Fragestellungen pädagogischer, politischer und wissenschaftlicher Arbeit anknüpft: In welcher Weise und in welcher Form trägt die Koppelung von Kunst und Bildung zu Teilhabe bei? Kann – und wenn, wie? – Kunstpädagogik zur Partizipation an kulturellem Erbe, an kultureller Übermittlung qualifizieren, zur Teilhabe an einer von Heterogenität, Pluralität und hochgradiger Mediatisierung geprägten (Welt-)Gesellschaft? Kann Kunstpädagogik – als immerwährende, aber in Zeiten schnellen kulturellen Wandels höchst brisante pädagogische Grundherausforderung – zur Teilhabe an einer Gesellschaft qualifizieren, die es im Moment noch gar nicht gibt?
  • Wir möchten mit der Formulierung des Grundprinzips „Partizipation“ aber auch zur Entwicklung einer kunstpädagogischen Tagungskultur beitragen, in der produktive Kontaktflächen zwischen Personen und Institutionen kunstpädagogischer Praxis und fachdidaktischer Theorie entstehen und in der die verschiedenen Erfahrungen und Perspektiven der Beteiligten in gemeinsamer Arbeit verknüpft werden. Die plurale Ausrichtung soll sich inhaltlich durch die Diskussion unterschiedlicher, bisweilen widerständiger Positionen und Praktiken artikulieren. Darüber hinaus wird eine Pluralität verschiedener, teils innovativer Diskurs- und Tagungsformen angestrebt, die sich aus den jeweiligen Inhalten ableiten.
  • Wir sind der Ansicht, dass sich unser Anliegen am besten realisieren lässt durch die Verknüpfung von mehreren (vier bis sieben) kleineren Arbeitstagungen mit einem abschließenden größeren Kongress, in dessen Rahmen das bis dahin Erarbeitete aufgenommen, präsentiert und diskutiert wird. Dazu planen wir an regional und institutionell verschiedenen Standorten offene Veranstaltungen zu spezifischen Themen, die der Abschlussveranstaltung vorgeschaltet sind.

Kick off

  • Den Auftakt soll Ende 2010 eine Veranstaltung an der Kunsthochschule Kassel bilden, in der die fachdidaktischen Bezugspunkte „Kunst“, „Bild“, „Gestaltung“ und „Gesellschaft“ vor dem Hintergrund der sich in den Bildungsplänen faktisch niederschlagenden Frage diskutiert werden, welche Rolle die Kunst in der Kunstpädagogik spielen sollte. Die auf dem Kasseler Podium initiierte Diskussion soll nach diesem Kick-Off in verschiedenen Formen und Medien bis zum Abschlusskongress fortgeführt und dort als Gesamtprozess dokumentiert werden.
  • Diesem Auftakt würde im Frühjahr 2011 ein Experiment mit einer sehr offenen, hierarchiearmen und mit nur wenigen inhaltlichen Vorgaben projektierten Tagungsform folgen: Nach dem Vorbild der im Feld der Erziehungswissenschaft erfolgreich erprobten „EduCamps“ wird ein „EduCamp Kunstpädagogik“ (ArtEduCamp) an der Universität zu Köln initiiert, das nach unseren Erwartungen insbesondere den Nachwuchs im praktischen und theoretischen Feld anspricht und somit insbesondere junge Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen mit ihren Fragen, Visionen und kulturellen Horizonten in den Diskurs der Fachcommunity einbindet.

Prozess

  • Weitere Veranstaltungen in maximal halbjährlichem Abstand sollen u.a. Elementar- und Primarpädagogik, Ganztagsbildung und Sozialraumorientierung sowie den reformpädagogischen Impuls fachspezifisch thematisieren. Parallel dazu soll es Aktivitäten geben, die nicht in Form von punktuellen Veranstaltungen durchgeführt werden, sondern einen kontinuierliche Forschungs-/Beobachtungs-/Sammel-/Dokumentations-/Diskussionsprozess von Unterrichts- und Schulprojekten bilden, deren Ergebnisse auf dem Abschlusskongress präsentiert werden. Das kann zum Beispiel eine Reihe von Standort-Expeditionen und Hospitationen zu Schulen und kunstpädagogischen Orten mit innovativen Projektpraktiken sein, deren Gelingen vor dem Hintergrund ihrer Rahmenbedingungen untersucht und diskutiert wird. In allen genannten Bereichen setzen wir auf die Mitarbeit interessierter Kolleginnen und Kollegen aus Schule, Hochschule und außerschulischen Feldern.
  • Während der zweijährigen Diskursphase ist die Arbeit durch die zentralen Herausforderungen von Partizipation, Internationalisierung und Globalisierung, veränderter Medienkultur, Schulentwicklung und dem das Besondere des Faches prägenden Verhältnis von Kunst- und Schulpädagogik quer durchwebt. Diese sollen bei der Abschlussveranstaltung Ende 2012 in besonderer Weise thematisiert werden.

Abschluss 2012

  • Die Frage nach dem Veranstaltungsort für den Abschlusskongress ist derzeit noch bewusst offen gehalten. Sie soll jenseits aller Schulenbildungen und Fachhoheiten nach rein pragmatischen und infrastrukturellen Kriterien entschieden werden.
  • Das Gesamtvorhaben wird von den Mitgliedern der Initiativgruppe gemeinsam verantwortet.

Die Konzeption ist nach unseren ersten Diskussionen noch skizzenhaft. Wir hoffen dennoch, mit unserem Engagement einen wichtigen Beitrag zur Tagungs- und Fachkultur leisten zu können und bitten Sie um einen entsprechenden Vorschuss an Vertrauen.


Andreas Brenne, Prof. Dr., Universität Kassel
Sara Burkhardt, Jun.-Prof. Dr., Technische Universität Dresden
Marc Fritzsche, Justus-Liebig-Universität Gießen
Christine Heil, Dr., Universität Flensburg
Gila Kolb, Kunsthochschule Kassel
Jochen Krautz, Prof. Dr., Alanus-Hochschule Alfter
Torsten Meyer, Prof. Dr., Universität zu Köln
Andrea Sabisch, Dr., Universität Hamburg
Ansgar Schnurr, Dr., Technische Universität Dortmund
Ulrike Stutz, Prof. Dr., Universität Erfurt
Mario Urlaß, Prof., Pädagogische Hochschule Heidelberg
Tanja Wetzel, Prof. Dr., Kunsthochschule Kassel
Kirsten Winderlich, Dr., Universität der Künste Berlin
Jutta Zaremba, Dr., Goethe-Universität Frankfurt/Main

 


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