Konzeption: BuKo12 Partizipation

Seit 2003 findet im zweijährigen Rhythmus ein bundesweiter Kongress der Kunstpädagogik an wechselnden Orten statt. Im Anschluss an den Bundeskongress der Kunstpädagogik 2009 in Düsseldorf hat sich eine Initiativgruppe zur Ausrichtung der Folgeveranstaltung gebildet, um die inhaltliche und formale Konzeption eines nächsten Bundeskongresses zu diskutieren. Dabei zeigte sich als gemeinsame Motivation, eine in inhaltlicher, struktureller wie personeller Hinsicht partizipatorisch und plural orientierte Kongressform zu entwickeln, welche die Breite des kunstpädagogischen Feldes aufgreift und würdigt.

Partizipation
Partizipation ist eine Herausforderung. Sie umfasst gegenwärtig brisante gesellschaftliche Fragen, neue Formen der Kommunikation, der Medienkultur, aktuelle Forderungen der Pädagogik gemäß einer „Bildung in der Demokratie“ und Handlungsweisen in der zeitgenössischen Kunst. Daraus ergeben sich inhaltliche wie strukturelle Impulse der Kongresskonzeption. Damit Partizipation stattfinden kann, ist die Weiterentwicklung kunstpädagogischer Tagungskultur notwendig: Für die Vernetzung pluraler Positionen und Praktiken sowie kontext-spezifischen Wissens sind produktive Kontaktflächen zwischen Personen und Institutionen sowie zwischen kunstpädagogischer Theorie und Praxis notwendig. Es gilt unterschiedliche Formen gemeinsamer Arbeit zu etablieren, in denen sich Erfahrungen und Perspektiven aller Beteiligten verknüpfen.

Leitfragen
Während einer zweijährigen Diskursphase (2010-2012) soll das Stichwort „Partizipation“ entlang der zentralen Herausforderungen in der Breite thematisiert werden:

  • Internationalisierung und Globalisierung
  • veränderte Medienkulturen
  • Schulentwicklung

Vor dem Hintergrund des spezifischen Verhältnisses von Kunst und Pädagogik, das das Besondere des Faches prägt, ist die Fach-Community zur Auseinandersetzung mit der Frage herausgefordert, in welcher Weise und in welcher Form die Koppelung von Kunst und Bildung zu Teilhabe beiträgt. Konkret ergeben sich daraus drei Leitfragen, die den Prozess prägen und zur Formulierung neuer Fragen provozieren:

  • Tradition – Wie kann Kunstpädagogik zur Partizipation an kulturellem Erbe und kultureller Übermittlung beitragen?
  • Aktion – Wie kann Kunstpädagogik zur Interaktion mit einer von Heterogenität, Pluralität und hochgradiger Mediatisierung geprägten (Welt-)Gesellschaft qualifizieren?
  • Vision – Wie kann Kunstpädagogik auf die Teilhabe an einer zukünftigen Gesellschaft vorbereiten, einer Gesellschaft, die es im Moment noch gar nicht gibt?

Parts und Partizipationen: Jeder Ort kann Zentrum werden
Mehrere lokale Arbeitstagungen bilden die dezentrale Struktur des Buko12. Diese „Parts“ bilden ein Netz, in dem Kontextwissen, innovative Methoden sowie Institutionsanbindungen erzeugt und weitergegeben werden. In allen Bereichen wird die Mitarbeit interessierter Kolleginnen und Kollegen aus Schule, Hochschule und außerschulischen Feldern erwartet.

Kick-off: Part_01
Den Auftakt bildet eine Podiumsdiskussion mit Werkstattgesprächen am 26. November 2010 an der Kunsthochschule Kassel mit dem Titel: Part01 – Wie viel Kunst braucht die Kunstpädagogik?
Ergebnisse dieser Diskussion werden publizistisch aufbereitet als Impulse an die folgenden Parts zur inhaltlichen Bearbeitung weitergegeben. Ebenso wird die inhaltliche Diskussion nach diesem Kick-off auf unterschiedlichen medialen Ebenen und Foren fortgeführt und im nächsten Part mittels Vor- und Rückblick aufgegriffen.

Teilhabe und Kommunikation
Aufgrund der inhaltlichen und strukturellen Heterogenität des Gesamtvorhabens ist eine starke Vernetzung der einzelnen Teile unabdingbar. Jeder Part generiert unterschiedliche mediale Dokumentationen und Berichte, die zeitnah im Netz abrufbar sind und als Print-Version distribuiert werden. Auf diese Weise wird zugleich eine breite, internationale Fachöffentlichkeit erreicht.

Initiativgruppe
Andreas Brenne, Prof. Dr., Universität Kassel
Sara Burkhardt, Jun.-Prof. Dr., Technische Universität Dresden
Marc Fritzsche, Justus-Liebig-Universität Gießen
Christine Heil, Dr., Universität Flensburg
Gila Kolb, Kunsthochschule Kassel
Torsten Meyer, Prof. Dr., Universität zu Köln
Andrea Sabisch, Dr., Universität Hamburg
Ansgar Schnurr, Dr., Technische Universität Dortmund
Ulrike Stutz, Prof. Dr., Universität Erfurt
Mario Urlaß, Prof., Pädagogische Hochschule Heidelberg
Tanja Wetzel, Prof. Dr., Kunsthochschule Kassel
Kirsten Winderlich, Dr., Universität der Künste Berlin
Jutta Zaremba, Dr., Goethe-Universität Frankfurt/Main

Die Initiative wird vom BDK e.V. Fachverband für Kunstpädagogik unterstützt.